Mock-Up

Winterausstellung 2021/22:
18. Dezember 2021 – 17. April 2022

Im Winter 2021 / 2022 wird die Ausstellung «Mock-Up» des Schweizerischen Architekturmuseums Basel (S AM) übernommen.

In der Architektur ist ein «Mock-up» ein materialechtes Modell einer Fassade oder eines Gebäudeteils im Massstab 1:1. Es wird vor dem eigentlichen Bau realisiert, um einen Entwurf zu testen und vorzuführen.

Die vom S AM übernommene Ausstellung bringt künstlerische Positionen und Beiträge von Architekturbüros zusammen, um aus verschiedenen Blickwinkeln die Rolle dieser Simulationen im Entwurfsprozess sowie ihren enigmatischen Reiz zu untersuchen.

Das von David K. Ross initiierte Fotoprojekt «Archetypes» umfasst zahlreiche Mock-Ups Schweizer Bauten, die der Kanadier seit 2016 dokumentiert hat. Für Ross sind diese Pseudo-Architekturen – die Fenster, Fassadensysteme und Materialmuster umfassen – eine Form von Collage, die mehr an eine Kunstinstallation im öffentlichen Raum erinnern als an Architektur. Um diese Wahrnehmung zu verstärken, hat Ross sie mithilfe dramatischer Beleuchtung aus ihrer oft chaotischen Baustellenumgebung hervorgehoben. Aufgrund des fehlenden räumlichen Bezugs und des temporären Status erinnern Ross’ mock-ups an eine Filmkulisse.

Welche Bedeutung haben mock-ups hingegen für Architekt*innen? Kommt die Vorwegnahme von gebauter Realität allein bei der Verhandlung mit den Bauherrschaften und der Öffentlichkeit zunutze, oder hat sie experimentellen und innovativen Charakter? Das Gelbe Haus Flims will die «Archetypes» Bildserie und die Beitragsauswahl des S AM, die mehrere Büros und Institutionen – u.a. Manuel Herz, Staufer & Hasler, NEST /Gramazio Kohler und 51N4E / Newrope – umfasst, mit weiteren Projekten ergänzen.

Konkret geplant sind Beiträge von Tilla Theus, Peter Zumthor, Valerio Olgiati und Origen / Prof. Benjamin Dillenburger und Michael Hansmeyer. So wird ein regionaler Bezug zu Graubünden geschaffen. Diese Mock-ups demonstrieren nicht nur komplexe Konstruktionsweisen, sondern haben auch ein interessantes Eigenleben entwickelt und erzählen Geschichten die weit über das Erscheinungsbild eines Projekts und dessen
Detailausbildung hinausgehen.